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Sich auf das Stillen vorbereiten: Was Sie bereits während der Schwangerschaft wissen sollten

  • Dr. rer. nat. Birgit Wogatzky
  • 3. August 2026
  • 11:32 Uhr.
Beginnen Sie bereits während der Schwangerschaft, sich auf das Stillen vorzubereiten / Bereiten Sie sich schon in der Schwangerschaft auf das Stillen vor

Schon während der Schwangerschaft können Sie einiges tun, um einen entspannten Start in die Stillzeit zu ermöglichen.


Das Wichtigste zur Stillvorbereitung während der Schwangerschaft auf einen Blick:

  • ✓ Suchen Sie sich rechtzeitig eine Hebamme und informieren Sie sich über Stillberatung.
  • ✓ Wählen Sie nach Möglichkeit eine stillfreundliche Geburtsklinik.
  • ✓ Besorgen Sie sich rechtzeitig praktische Stillkleidung und einen passenden Still-BH.
  • ✓ Sorgen Sie dafür, dass Sie in der ersten Zeit nach der Geburt Unterstützung haben.

 

Viele Frauen machen sich bereits während der Schwangerschaft Gedanken über die Geburt – aber deutlich weniger über das Stillen. Dabei beginnt eine erfolgreiche Stillbeziehung oft schon vor der Entbindung. Wer weiß, was in den ersten Tagen nach der Geburt auf sie zukommt, geht meist entspannter und selbstbewusster in die Stillzeit hinein.

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht alles wissen und können. Stillen ist ein gemeinsamer Lernprozess von Mutter und Baby. Eine gute Vorbereitung kann jedoch dazu beitragen, die ersten Tage entspannter zu erleben.

Teamwork von Anfang an: Stillen betrifft die ganze Familie

Das Stillen betrifft nicht nur Sie und Ihr Baby. Auch Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin, Geschwister, Freunde und Großeltern können wichtige Unterstützung leisten. Je mehr Hilfe Sie im Alltag erhalten, desto leichter wird es Ihnen fallen, sich die Ruhe zu gönnen, die Sie und Ihr Baby in den ersten Wochen brauchen.

Sprechen Sie daher bereits während der Schwangerschaft offen über Ihre Wünsche und Vorstellungen. Unterstützung beginnt oft mit guter Kommunikation.

Lassen Sie sich helfen: Warum Unterstützung im Wochenbett Gold wert ist

Viele werdende Mütter richten das Babyzimmer liebevoll ein, packen die Kliniktasche und informieren sich über die Geburt. Worüber hingegen deutlich seltener gesprochen wird: Wer kümmert sich eigentlich um den Haushalt, wenn das Baby da ist?

Gerade in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt sollten Sie sich die Zeit nehmen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Ihr Baby, Ihre Erholung und das Zusammenwachsen als Familie.

Deshalb mein Rat: Organisieren Sie sich Unterstützung, bevor Ihr Baby zur Welt kommt. Vielleicht können die Großeltern einkaufen gehen, Freunde eine Mahlzeit vorbeibringen oder Ihr Partner einen größeren Teil der alltäglichen Aufgaben übernehmen.

Viele Mütter berichten im Nachhinein, dass sie sich über ihre zu hohen Erwartungen an sich selbst geärgert haben. Die Wohnung muss nicht perfekt aussehen. Die Wäsche darf warten. Die ersten Wochen mit Ihrem Baby kommen nie wieder.

Ein starkes Team im Hintergrund: Hebammen, Stillberaterinnen und Ärzt*innen an Ihrer Seite

Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie von Anfang an alles über das Stillen wissen. Hebammen, Stillberaterinnen und behandelnde Ärztinnen und Ärzte können Ihnen dabei wertvolle Unterstützung bieten.

Informieren Sie sich möglichst frühzeitig darüber, wer Sie im Wochenbett begleiten wird. Hebammen sind vielerorts schon lange im Voraus ausgebucht. Auch die Kontaktdaten einer Stillberaterin griffbereit zu haben, gibt vielen Frauen Sicherheit.

Denn manchmal ist die beste Vorbereitung auf das Stillen nicht das perfekte Wissen, sondern die Gewissheit, dass Unterstützung da ist, wenn man sie braucht.

Rundum babyfreundlich: Die richtige Entbindungsklinik finden

Wenn Sie gerade auf der Suche nach der passenden Geburtsklinik sind, lohnt es sich auch, einen Blick auf die Unterstützung beim Stillen zu werfen.

Eine hilfreiche Orientierungshilfe bietet das WHO-/UNICEF-Zertifikat „Baby-friendly Hospital“. Krankenhäuser mit dieser Auszeichnung fördern den frühen Hautkontakt zwischen Mutter und Kind, das Rooming-in und eine kompetente Begleitung bei den ersten Stillversuchen.

Fragen Sie bei Informationsveranstaltungen gezielt nach: Wie werden Mütter beim Stillen unterstützt? Wird Hautkontakt direkt nach der Geburt ermöglicht? Welche Hilfe gibt es bei Problemen?

Der richtige Still-BH und praktische Stillkleidung

Zwischen Babyzimmer und Kliniktasche wird ein Thema oft übersehen: die richtige Kleidung für die Stillzeit.

Viele Frauen benötigen gegen Ende der Schwangerschaft eine größere BH-Größe als zuvor. Daher lohnt es sich, bereits einige Wochen vor der Geburt ein bis zwei gut sitzende Still-BHs anzuschaffen.

Bewährt haben sich in der Praxis außerdem:

  • Stillshirts
  • Wickeloberteile
  • Blusen mit Knopfleiste
  • lockere Oberteile nach dem Zwiebelprinzip

Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Packen Sie schon einmal einen Still-BH und ein stillfreundliches Oberteil in Ihre Kliniktasche.

Die Brust macht sich bemerkbar: Wie sich Ihr Körper auf das Stillen vorbereitet

Während der Schwangerschaft verändert sich die Brust oft schon sehr früh. Das Milchdrüsengewebe wächst, die Durchblutung nimmt zu und Ihr Körper bereitet sich Schritt für Schritt auf die Milchbildung vor.

Manche Frauen bemerken bereits während der Schwangerschaft kleine Tropfen Kolostrum, auch Vormilch genannt. Andere hingegen nicht. Beides ist völlig normal und sagt nichts darüber aus, wie gut das Stillen später klappen wird.

Auch mit flachen oder Hohlwarzen können die meisten Frauen erfolgreich stillen. Wenden Sie sich bei Unsicherheiten an Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin.

Checkliste: Vorbereitung auf das Stillen

☐ Hebamme gefunden

☐ Stillfreundliche Geburtsklinik ausgewählt

☐ Kontaktdaten einer Stillberaterin gespeichert

☐ Still-BH gekauft

☐ Stillkleidung bereitgelegt

☐ Unterstützung für das Wochenbett organisiert

☐ Fragen zum Thema Stillen notiert

Fazit

Eine erfolgreiche Stillbeziehung beginnt nicht erst nach der Geburt. Wer sich bereits während der Schwangerschaft informiert, Unterstützung organisiert und realistische Erwartungen entwickelt, schafft gute Voraussetzungen für einen entspannten Stillstart.

Und das Wichtigste: Sie müssen nicht perfekt vorbereitet sein. Vertrauen Sie Ihrem Körper, Ihrem Baby und den Menschen, die Sie begleiten.

FAQ – Häufige Sorgen während der Schwangerschaft

Kann jede Frau stillen?

Die meisten Frauen können stillen. Schwierigkeiten zu Beginn bedeuten nicht automatisch, dass das Stillen auf Dauer nicht funktionieren wird.

Was ist, wenn keine Vormilch austritt?

Das ist völlig normal. Daraus lässt sich nicht ableiten, wie viel Milch später gebildet wird.

Brauche ich spezielle Stillprodukte?

Nein. Für den Anfang reichen meist ein gut sitzender Still-BH und ein paar Stilleinlagen aus.

 

 

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