Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann verschiedene Ursachen haben – meist handelt es sich entweder um eine klassische Hypothyreose oder um eine Hashimoto-Thyreoiditis. Beide Erkrankungen können zwar die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, erfordern jedoch unterschiedliche Ernährungsstrategien. Bei der klassischen Hypothyreose spielt Jod eine entscheidende Rolle bei der Hormonproduktion. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis verlagert sich der Schwerpunkt auf das Immungleichgewicht, die Unterstützung durch Antioxidantien und Nährstoffe wie Selen. Das Verständnis dieses Unterschieds kann bei dem Versuch, schwanger zu werden, entscheidend sein.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
In meiner täglichen Arbeit mit Frauen, die schwanger werden möchten, höre ich das immer wieder:
“Mir wurde gesagt, ich hätte eine Unterfunktion der Schilddrüse – aber niemand hat mir je erklärt, was das eigentlich bedeutet.”
Und genau hier fehlt oft ein wichtiges Puzzleteil.
Denn nicht alle Schilddrüsenerkrankungen sind gleich.
Und dieses Verständnis des Unterschieds kann einen echten Unterschied machen – insbesondere, wenn es um die Fruchtbarkeit geht.
Warum die zugrunde liegende Ursache wichtig ist
Vielen Frauen werden Schilddrüsenhormone wie Levothyroxin verschrieben – und dies ist oft ein wichtiger erster Schritt.
Was Ihr Körper darüber hinaus benötigt, kann jedoch sehr unterschiedlich sein.
Bei einer klassischen Schilddrüsenunterfunktion fehlen der Schilddrüse häufig die Bausteine, die für eine effiziente Hormonproduktion erforderlich sind.
Bei der Hashimoto-Erkrankung liegt das Problem nicht in einem Mangel an Ausgangsstoffen, sondern darin, dass das Immunsystem die Schilddrüse selbst angreift.
Und dieser Unterschied verändert alles.
Klassische Schilddrüsenunterfunktion – wenn dem Körper wichtige Bausteine fehlen
Bei einer klassischen Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse nicht genügend Hormone – häufig aufgrund einer unzureichenden Jodzufuhr.
Jod ist für die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 unverzichtbar. Ohne ausreichend Jod kann die Schilddrüse einfach nicht optimal funktionieren.
In Großbritannien und in ganz Europa kann die Jodzufuhr grenzwertig sein, insbesondere bei Frauen, die sich sehr “gesund” ernähren, verarbeitete Lebensmittel meiden oder nur wenig jodiertes Salz verwenden.
Zu den guten Nahrungsquellen zählen Meeresfisch, Milchprodukte und Eier – doch im Alltag liegt die Aufnahme oft unter den Erwartungen.
In dieser Situation kann die Versorgung des Körpers mit den richtigen Nährstoffen einen entscheidenden Unterschied bewirken. Dies ist besonders wichtig bei der Kinderwunschplanung, da der Bedarf an Schilddrüsenhormonen steigt.
Meiner Erfahrung nach profitieren viele Frauen von gezielten Mikronährstoffkombinationen, die Jod zusammen mit anderen fruchtbarkeitsfördernden Nährstoffen enthalten – wie sie beispielsweise in Fertilovit® F oder Fertilovit® F 35 plus.
Hashimoto – wenn das Immunsystem eine Rolle spielt
Hashimoto-Syndrom ist eine ganz andere Situation.
In diesem Fall ist die Schilddrüse nicht einfach nur unteraktiv – sie ist von einem chronischen Autoimmunprozess betroffen. Das Immunsystem greift das Schilddrüsengewebe nach und nach an, was im Laufe der Zeit zu Entzündungen und einer Funktionsbeeinträchtigung führt.
Deshalb ist ein anderer Ansatz erforderlich.
Eines der häufigsten Missverständnisse, auf die ich stoße, betrifft Jod. Zwar ist eine normale Zufuhr über die Nahrung nach wie vor wichtig, doch eine übermäßige Jodzufuhr kann möglicherweise Entzündungsprozesse in der Schilddrüse anregen.
Stattdessen verlagert sich der Schwerpunkt auf den Schutz der Schilddrüse und die Förderung des Immungleichgewichts.
Selen spielt dabei eine zentrale Rolle. Es trägt dazu bei, das Schilddrüsengewebe vor oxidativem Stress zu schützen, und unterstützt die Umwandlung von T4 in das aktive Hormon T3.
Gleichzeitig kommt der Leberfunktion eine besondere Bedeutung zu, da dort die Hormonaktivierung stattfindet. Nährstoffe wie B-Vitamine, Zink und Eisen tragen alle zu diesem Prozess bei.
In der Praxis profitieren viele Frauen von einer gezielten, jodfreien Rezeptur, die diese Stoffwechselwege unterstützt – zum Beispiel Fertilovit® F Thy, das speziell für Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis und Kinderwunsch entwickelt wurde.
Könnte es sich um Hashimoto handeln?
Die Schwierigkeit bei der Hashimoto-Erkrankung besteht darin, dass sich die Symptome oft schleichend entwickeln und leicht übersehen werden können.
Vielleicht kommen Ihnen einige dieser Muster bekannt vor:
Sie fühlen sich ständig müde, selbst nach einer erholsamen Nachtruhe. Möglicherweise reagieren Sie ungewöhnlich empfindlich auf Kälte, bemerken Veränderungen in Ihrem Zyklus oder leiden unter unerklärlicher Gewichtszunahme oder Haarausfall. Manche Frauen beginnen erst dann, ihre Schilddrüsengesundheit in Frage zu stellen, wenn sie Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.
Ein wichtiger diagnostischer Indikator ist das Vorhandensein von Schilddrüsenantikörpern, insbesondere von TPO-Antikörpern.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht ganz stimmt, lohnt es sich immer, um eine ausführlichere Beurteilung zu bitten.
Schneller Selbsttest: Könnte es Hashimoto sein?
Dieser kurze Test ist keine Diagnose – kann Ihnen aber einen nützlichen Anhaltspunkt liefern.
Beantworten Sie die Frage mit „Ja“ oder „Nein“:
- Fühlen Sie sich oft müde, auch wenn Sie ausreichend geschlafen haben?
- Fühlst du dich schneller kalt als andere?
- Haben Sie Unregelmäßigkeiten im Zyklus oder Schwierigkeiten bei der Empfängnis erlebt?
- Wurde bei Ihnen eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert?
- Fühlen Sie sich trotz “normaler” Laborwerte unwohl?
- Haben Sie Haarausfall oder unerklärliche Gewichtsveränderungen bemerkt?
- Wurden Ihre Schilddrüsenantikörper schon einmal untersucht?
👉Dein Ergebnis
Wenn Sie mehrere dieser Fragen mit “Ja” beantwortet haben, lohnt es sich möglicherweise zu prüfen, ob die Hashimoto-Erkrankung eine Rolle spielen könnte.
Warum dies für die Fruchtbarkeit von Bedeutung ist
Die Schilddrüse beeinflusst weit mehr als nur den Stoffwechsel.
Es spielt eine zentrale Rolle beim Eisprung, bei der Eizellreifung und bei der Einnistung. Selbst wenn die Schilddrüsenwerte scheinbar gut eingestellt sind, bedeutet dies nicht automatisch, dass der Körper optimal unterstützt wird – insbesondere bei Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis. In diesen Fällen belastet die Erkrankung nicht nur die Schilddrüse selbst, sondern auch das Immunsystem.
Genau deshalb ist eine gezielte Ernährungsunterstützung so wichtig. Bestimmte Mikronährstoffe können dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken, Entzündungsprozesse auszugleichen und den Körper in sensiblen Phasen – wie beispielsweise beim Kinderwunsch – optimal mit Nährstoffen zu versorgen.
Die gute Nachricht ist: Sobald Sie verstehen, was im Körper vor sich geht, können Sie gezielte Maßnahmen ergreifen, um ihn zu unterstützen und aktiv dazu beizutragen, bessere Voraussetzungen für eine gesunde Schwangerschaft zu schaffen.
Was Sie tun können
Für viele Frauen ist es beruhigend zu wissen, dass es konkrete Maßnahmen gibt, die sie ergreifen können.
Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen.
Es geht darum, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt.
Eine ausgewogene Ernährung, guter Schlaf und der richtige Umgang mit Stress bilden die Grundlage. Darüber hinaus kann eine gezielte Nahrungsergänzung Ihrem Körper dort helfen, wo er es am meisten braucht.
Und genau hier kommt es auf diese Unterscheidung an:
Bei einer klassischen Schilddrüsenunterfunktion kann eine zusätzliche Jodzufuhr entscheidend sein.
Bei der Hashimoto-Erkrankung liegt der Schwerpunkt auf Selen, antioxidativem Schutz und der Unterstützung des Hormonstoffwechsels.
Bonus: Ihre Checkliste zu Hashimoto und Fruchtbarkeit
In meiner Arbeit stelle ich fest, wie hilfreich eine klare Struktur sein kann.
Deshalb habe ich eine einfache Checkliste erstellt, die Sie durch die wichtigsten Schritte führt:
👉 “Bin ich mit Hashimoto bereit für eine Schwangerschaft?”
Sie können es als druckbares PDF herunterladen.
Es hilft Ihnen dabei, den Überblick über Ihre Laborwerte zu behalten, mögliche Lücken zu erkennen und sich sicherer auf Ihren Weg zur Familiengründung vorzubereiten.
💛 👉 Laden Sie Ihre Checkliste hier herunter
Abschließende Gedanken
Du musst nicht alles perfekt machen.
Aber wenn man seinen Körper versteht – und weiß, was er wirklich braucht –, kann das den entscheidenden Unterschied ausmachen. Denn manchmal geht es nicht darum, mehr zu tun.
Es geht darum, das zu tun, was für dich das Richtige ist.
FAQ – Schilddrüse, Hashimoto und Fruchtbarkeit
Nicht immer. Während Jod bei einer klassischen Schilddrüsenunterfunktion unverzichtbar ist, sollte bei Hashimoto-Thyreoiditis Vorsicht bei der Einnahme von Jodpräparaten walten.
Dies lässt sich durch Blutuntersuchungen feststellen, darunter die Bestimmung von Schilddrüsenantikörpern (insbesondere TPO-Antikörpern) sowie von Standard-Schilddrüsenmarkern und, falls erforderlich, durch eine Ultraschalluntersuchung.
Selen trägt zur Verringerung von oxidativem Stress bei, unterstützt die Schilddrüsenfunktion und spielt eine Rolle bei der Hormonaktivierung.
Ja, auf jeden Fall. Mit der richtigen Betreuung und gezielter Unterstützung gelingt es vielen Frauen, schwanger zu werden.
Die Referenzwerte spiegeln nicht immer die für jeden Einzelnen optimalen Werte wider. Antikörper, der Nährstoffstatus und der Hormonumsatz können dabei eine Rolle spielen.
