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Schilddrüsenunterfunktion oder Hashimoto?

  • Dr. rer. nat. Birgit Wogatzky
  • 14. Juli 2026
  • 8:41 Uhr.
Schilddrüsenunterfunktion oder Hashimoto? Klassische Schilddrüsenunterfunktion oder Hashimoto?

Was viele Frauen nicht wissen – und warum es bei Kinderwunsch so wichtig ist

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann verschiedene Ursachen haben – am häufigsten eine klassische Hypothyreose oder aber eine Hashimoto-Thyreoiditis. Beide Formen beeinflussen die Fruchtbarkeit, erfordern jedoch unterschiedliche Ernährungsstrategien. Während bei einer klassischen Unterfunktion Jod eine zentrale Rolle spielt, stehen bei Hashimoto die Regulierung des Immunsystems sowie antioxidative Unterstützung im Vordergrund. Die richtige Einordnung kann entscheidend sein, (nicht nur) wenn Sie sich ein Kind wünschen.

 

Kennen Sie das?

In meiner täglichen Arbeit mit Frauen mit Kinderwunsch höre ich oft folgenden Satz:

„Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion – aber ob es sich um Hashimoto handelt, weiß ich gar nicht.“

Und genau hier liegt ein entscheidender Unterschied.

Denn was viele nicht wissen: Es macht einen großen Unterschied, warum die Schilddrüse nicht optimal funktioniert. Und genau dieser Unterschied bestimmt, was Ihr Körper wirklich braucht.

Warum die Ursache so wichtig ist

Viele Frauen erhalten unabhängig von der Ursache Schilddrüsenhormone. Das ist ein wichtiger erster Schritt.

Doch darüber hinaus gibt es zwei völlig unterschiedliche Ausgangssituationen.

Bei einer klassischen Schilddrüsenunterfunktion fehlt dem Körper häufig ein zentraler Baustein für die Hormonproduktion. Bei Hashimoto hingegen liegt eine Autoimmunreaktion vor – das Immunsystem greift die Schilddrüse an.

Das bedeutet: Je nach Ursache sollten Sie bei der Ernährung andere Schwerpunkte setzen.

Die klassische Schilddrüsenunterfunktion – wenn dem Körper Bausteine fehlen

Bei einer klassischen Hypothyreose produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, weil ihr wichtige Grundlagen fehlen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Jod.

Jod ist für die Bildung der Schilddrüsenhormone unerlässlich. Ohne ausreichend Jod kann die Schilddrüse nicht optimal funktionieren – selbst wenn sie grundsätzlich gesund ist.

Viele Frauen nehmen jedoch unbewusst zu wenig Jod zu sich. Gerade wenn man sich „gesund“ ernährt, wenig Fertigprodukte konsumiert oder bewusst auf den Salzkonsum achtet, kann die Versorgung grenzwertig sein.

In meiner Arbeit stelle ich häufig fest, dass eine gezielte Unterstützung hier einen echten Unterschied macht. Insbesondere während der Zeit, in der man sich ein Kind wünscht – in der der Bedarf erhöht ist –, profitieren viele Frauen von einer Kombination aus Jod und weiteren Mikronährstoffen.

Genau hier kommen Präparate wie Fertilovit® F oder Fertilovit® F 35 plus die neben Folsäure auch Jod sowie wichtige Nährstoffe für den Hormonhaushalt und die Eizellreifung enthalten.

Hashimoto – wenn das Immunsystem die Schilddrüse beeinträchtigt

Bei Hashimoto sieht die Situation ganz anders aus.

Hier liegt keine Unterversorgung vor, sondern eine chronische Entzündung. Das Immunsystem greift die Schilddrüse an – oft über Jahre hinweg.

Und genau deshalb braucht der Körper eine andere Art der Unterstützung.

Viele Frauen sind überrascht, wenn sie erfahren, dass eine zusätzliche Jodzufuhr in diesem Fall problematisch sein kann. Denn zu viel Jod kann die Entzündungsaktivität verstärken.

Stattdessen geht es darum, die Schilddrüse zu schützen, das Immunsystem zu regulieren und die Leber zu unterstützen.

Ein zentraler Baustein ist dabei Selen. Es trägt dazu bei, oxidativen Stress zu reduzieren und die Schilddrüse zu stabilisieren. Gleichzeitig spielt die Leber eine wichtige Rolle, da sie das inaktive Hormon T4 in das aktive T3 umwandelt.

In meiner Arbeit hat sich gezeigt, dass Frauen besonders davon profitieren, wenn sie genau diese Prozesse gezielt unterstützen – etwa durch eine entzündungshemmende, glutenarme Ernährung, ergänzt durch eine Kombination aus Selen, antioxidativen Nährstoffen und B-Vitaminen.

Eine solche, bewusst jodfreie Zusammensetzung findet sich beispielsweise in Fertilovit® F Thy, das speziell für Frauen mit Hashimoto (und Kinderwunsch) entwickelt wurde.

Könnte bei Ihnen eine Hashimoto-Erkrankung vorliegen?

Viele Symptome sind unspezifisch und lassen sich lange Zeit nicht eindeutig zuordnen.

Vielleicht erkennen Sie sich in einigen dieser Punkte wieder:

Sie fühlen sich häufig müde und erschöpft, frieren schnell oder haben das Gefühl, „nicht richtig in Ihrer Energie“ zu sein. Möglicherweise haben sich Ihr Zyklus oder Ihr Gewicht verändert, ohne dass es dafür eine klare Erklärung gibt. Auch Haarausfall oder ein unerfüllter Kinderwunsch können Anzeichen dafür sein.

Ein wichtiger diagnostischer Marker sind erhöhte TPO-Antikörper im Blut.

Wenn Sie sich in dieser Situation wiedererkennen, kann es sinnvoll sein, gezielt nachzufragen und diese Werte bestimmen zu lassen.

Selbsttest: Könnte es Hashimoto sein?

Dieser kurze Test ersetzt keine Diagnose – kann Ihnen aber helfen, ein besseres Gespür für Ihren Körper zu entwickeln.

Beantworten Sie die folgenden Fragen ehrlich mit „Ja“ oder „Nein“:

  • Fühlen Sie sich oft müde oder erschöpft – auch nach ausreichend Schlaf?
  • Frieren Sie schneller als andere oder haben Sie ständig kalte Hände und Füße?
  • Leiden Sie unter Zyklusstörungen oder haben Sie einen unerfüllten Kinderwunsch?
  • Wurde bei Ihnen bereits eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt?
  • Fühlen Sie sich trotz „normaler“ Blutwerte nicht wirklich wohl?
  • Haben Sie Haarausfall oder eine unerklärliche Gewichtszunahme bemerkt?
  • Wurden Ihre Schilddrüsenantikörper (TPO-AK) schon einmal untersucht?

Auswertung

0–2 x Ja:
Derzeit gibt es kaum Anzeichen für eine Hashimoto-Erkrankung – dennoch lohnt es sich, Ihre Schilddrüsenwerte regelmäßig zu kontrollieren.

3–5 × Ja:
Es könnte sinnvoll sein, genauer hinzuschauen – insbesondere Ihre Antikörper bestimmen zu lassen.

6–7 x Ja:
Möglicherweise liegt eine Hashimoto-Erkrankung vor. Sprechen Sie gezielt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über weitere Untersuchungen.

Warum das bei Kinderwunsch so entscheidend ist

Die Schilddrüse beeinflusst weit mehr als nur den Stoffwechsel.
Sie spielt eine zentrale Rolle für den Eisprung, die Eizellreifung und die Einnistung. Selbst wenn die Schilddrüsenwerte gut eingestellt zu sein scheinen, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass der Körper optimal unterstützt wird – insbesondere bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto. Denn hier betrifft die Belastung nicht nur die Schilddrüse selbst, sondern auch das Immunsystem.

Gerade deshalb ist ein gezieltes Ernährungsmanagement wichtig: Bestimmte Mikronährstoffe können dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken, entzündliche Prozesse auszugleichen und den Körper in einer sensiblen Phase wie der Familienplanung bestmöglich zu versorgen.

Die gute Nachricht ist: Wenn Sie verstehen, was im Körper vor sich geht, können Sie gezielt unterstützend eingreifen und aktiv dazu beitragen, die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft zu verbessern.

Was Sie konkret tun können

Viele Frauen empfinden es als beruhigend zu wissen, dass sie selbst aktiv werden können.

Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Viel wichtiger ist es, die richtigen Ansatzpunkte zu kennen.

Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ein bewusster Umgang mit Stress bilden die Grundlage. Darüber hinaus kann eine gezielte Nährstoffversorgung dazu beitragen, den Körper genau dort zu unterstützen, wo er es braucht.

Der entscheidende Punkt dabei ist:
👉 Nicht jede Schilddrüsenunterfunktion erfordert die gleiche Behandlung.

Bonus: Ihre Checkliste für den Kinderwunsch bei Hashimoto

Viele meiner Patientinnen wünschen sich mehr Klarheit und Struktur.

Deshalb habe ich eine kompakte Checkliste erstellt, die Sie durch die wichtigsten Punkte führt – von Ihren Laborwerten bis hin zu Ernährung und Lebensstil.

👉 „Bin ich bereit für eine Schwangerschaft mit Hashimoto?“

Diese Checkliste können Sie Als PDF herunterladen und ausdrucken.

Sie hilft Ihnen dabei, Ihre Situation besser einzuschätzen, gezielte Fragen zu stellen und Ihren Körper optimal vorzubereiten.

 

Fazit

Es kommt nicht darauf an, alles perfekt zu machen.

Aber es kann entscheidend sein, die richtigen Zusammenhänge zu verstehen.

Denn manchmal besteht der Unterschied nicht darin, mehr zu tun – sondern darin, das Richtige zu tun.

 

FAQ – Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto und Kinderwunsch

Ist Jod bei einer Schilddrüsenunterfunktion immer sinnvoll?

Nicht immer. Bei einer klassischen Schilddrüsenunterfunktion ist Jod oft wichtig, da es für die Hormonproduktion benötigt wird. Bei Hashimoto sollte eine zusätzliche Jodzufuhr jedoch mit Bedacht und individuell erfolgen, da sie Entzündungsprozesse verstärken kann.

Woher weiß ich, ob ich Hashimoto habe oder „nur“ eine Schilddrüsenunterfunktion?

Der wichtigste Unterschied lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen. Dabei werden neben TSH, fT3 und fT4 auch Schilddrüsenantikörper (vor allem TPO-Antikörper) bestimmt. Bei Hashimoto sind diese meist erhöht. Eine Ultraschalluntersuchung kann zusätzliche Hinweise liefern.

Warum ist Selen bei Hashimoto so wichtig?

Selen schützt die Schilddrüse vor oxidativem Stress und unterstützt die Umwandlung von T4 in das aktive Hormon T3. Zudem kann es dazu beitragen, die Aktivität der Schilddrüsenantikörper positiv zu beeinflussen.

Kann ich trotz Hashimoto schwanger werden?

Ja, auf jeden Fall. Viele Frauen mit Hashimoto werden problemlos schwanger. Entscheidend sind eine gute Einstellung der Schilddrüsenwerte sowie eine gezielte Unterstützung des Körpers – insbesondere in Bezug auf Nährstoffe und das Immunsystem.

Welche Rolle spielt die Schilddrüse bei der Familienplanung?

Die Schilddrüse beeinflusst zentrale Prozesse wie den Eisprung, die Eizellreifung und die Einnistung. Eine nicht optimal eingestellte Schilddrüse kann diese Abläufe stören und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Welche Nährstoffe sind bei Kinderwunsch und Schilddrüsenproblemen besonders wichtig?

Das hängt von der Ursache ab. Häufig spielen Jod (bei klassischer Schilddrüsenunterfunktion), Selen (bei Hashimoto) sowie Eisen, Vitamin D, Zink und B-Vitamine eine wichtige Rolle für den Hormonhaushalt und die Zellgesundheit.

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